+++ Myanmar: Militär an der Macht seit dem Putsch im Februar 2021 +++ Moldau: EU-Beitrittskandidat seit Juni 2022 +++ Köln: 10.000 Menschen bei Black Lives Matter, Juni 2020 +++ Hambacher Forst: 50.000 gegen die Rodung +++ Thailand: Neuwahl im Februar 2026 +++ Malaysia: 1MDB-Urteil im Dezember 2025 +++
Ausgabe Nº 01Köln, 13. Oktober 2026Text und Fotos: Kilian Amrehn
Was bleibt · Reportage und Dokumentarfotografie von Kilian Amrehn
Nº 01 · FluchtText und Fotos: Kilian Amrehn · im Auftrag von Bündnis Entwicklung Hilft
Was bleibt, ist ein Gefühl
Steckbrief
Ort · Republik Moldau, Grenze zur Ukraine
Zeit · Mai 2022
Auftrag · Bündnis Entwicklung Hilft
Veröffentlicht · Kindernothilfe, Tagesspiegel
WMoldau, 2022 · as bleibt, ist ein Gefühl. Das Gefühl, dass wir nicht genug tun und sie nicht genug haben. Nach einem Tag in Flüchtlingslagern, an der Grenze zur Ukraine, in Gesprächen mit Geflüchteten, in Lagerhallen und anderen Einrichtungen bin ich vor allem eines: beeindruckt.
Beeindruckt von den Frauen, die die meisten Einrichtungen und Lager leiten. Von der Energie. Von der herzlichen Freundlichkeit in einer Zeit der Not, während ein paar Kilometer weiter Krieg herrscht. Das ärmste Land Europas lässt 450.000 Geflüchtete passieren. Das ist fast ein Fünftel der gesamten Bevölkerung. Die Republik Moldau hat mich beeindruckt.
„Wir tun nicht genug, und sie haben nicht genug.“
Nº 01 · Reise · Myanmar, Thailand, Malaysia 2017Text und Fotos: Kilian Amrehn
Through Their Eyes
Meine Reise durch Burma und Thailand hat viel in mir ausgelöst. Seitdem stelle ich meinen eurozentrischen Blick regelmäßig in Frage. Mit diesen Bildern möchte ich das Gefühl weitergeben. Ich reise als Fremdkörper durch eine Welt, die mir fremd ist. Ich bin es nicht gewohnt, als Minderheit angeschaut zu werden. Statt Ablehnung erlebe ich Offenheit und Neugier.
Burma ist ein junges Land. Auch deswegen habe ich die Jugend in den Fokus gerückt. Passenderweise reise ich in einem Bus namens „New Generation Express“. Während der Rest des Landes entschleunigt und fast nostalgisch wirkt, prescht der moderne Reisebus die gerade entstehenden Straßen entlang. Wer nicht mithalten kann, wird überrollt.
Wahrscheinlich stellen sich die Kinder die gleichen Fragen wie ich: Wer bist du und was machst du hier? Wir können uns nicht mit Worten verständigen, umso besser funktioniert der Blick durch die Kamera. Ich spüre eine Leichtigkeit in den Augen, die für mich in dieser fremden Welt nur schwer nachzuvollziehen ist. Kinder sehen die Schwere nicht. Kinder sind in einem Moment hier und im nächsten schon ganz woanders.
MyanmarBurma · Dezember 2017
„Direkte Blicke in die Kamera sind Momente, die ich nicht vergessen werde.“
Ausgestellt 2021 · Klassenfahrt zur Pagode. Und keine Scheu vor dem Fremden.
Ausgestellt 2021 · Betel Boy. Ein kleiner Junge schenkt mir mehr Aufmerksamkeit als seiner Mutter, die neben ihm Betel portioniert.
Ausgestellt 2021 · Wenn ich groß bin, werd ich Fußballprofi. Im Barfußspiel auf matschigem Boden wird der Traum vom Erfolg gelebt.
ThailandDezember 2017
Thailand war der touristischste Ort meiner Reise. Deshalb fühlte es sich sicher an, aber die Touristen bestimmen die Städte so sehr, dass kaum Abenteuer bleibt. Umso mehr habe ich nach den Momenten gesucht, die nicht für uns gemacht sind.
Ausgestellt 2021 · Junge auf der Baustelle. Geld erhält er wenig, Schutzkleidung ist ein Fremdwort, ein Nike-Shirt trägt er trotzdem.
Ausgestellt 2021 · Unbesonnen auf zwei Rädern. Was hinter uns liegt, verdient manchmal mehr Aufmerksamkeit als das, was noch kommt.
MalaysiaKuala Lumpur · Dezember 2017
Protest · Rheinisches Revier
50.000 gegen den Bagger
Zwei Proteste, ein Revier. Im Oktober 2018 stehen 50.000 Menschen am Hambacher Forst. Ein Jahr später zieht Fridays for Future an den Tagebau Garzweiler. Beide Male geht es um dasselbe: Wälder und ganze Dörfer, die für Braunkohle verschwinden sollen.
Hambacher Forst · Oktober 2018
Garzweiler · 2019
Holzkreuze für Immerath und Borschemich. Beide Dörfer wurden für den Tagebau abgerissen.
Köln · 6. Juni 2020
Black Lives Matter
Ein Zeichen gegen institutionellen Rassismus. 10.000 Menschen am Kölner Rheinufer.
Ägypten · 2023
Unter den Sternen
Einer meiner größten Träume war, die Pyramiden zu sehen. Sie sind das letzte der sieben Weltwunder der Antike, das noch steht. Also sind wir hingefahren. Und dann weiter in die Wüste, wo wir unter den Sternen geschlafen haben.
Auftraggebende und VeröffentlichungenBündnis Entwicklung Hilft · Kindernothilfe · Tagesspiegel · Staatspreis Manufactum 2021